Unsere Geschichte

Die Geschichte der Studentenverbindungen und des KStV Semnonia Berlin reicht lange in die Vergangenheit zurück. Seit es Universitäten gibt, gab es auch den Drang, sich zu Gemeinschaften zusammenzuschließen. Zunächst erstarkten Gruppen von Studenten, die aus dem gleichen Staat kamen, so genannte „Landsmannschaften“ und einige Zeit später entstanden nach Zusammenschlüssen, die hier nicht aufgezählt werden, da sie nicht mehr existieren, die Corps als Einheit von Studenten, die ihren Horizont erweitern und zur akademischen Spitze gehören wollten. Seit 1815 gründeten sich auch Burschenschaften, wo die Gemeinsamkeiten der Mitglieder in einem ähnlichen politischen Verständnis zu finden waren.

Auf Grund der protestantischen Übermacht der Regierungen in Deutschland fanden auch Katholiken zusammen um ihren Glauben zu behaupten. So gründete sich 1853 in Berlin der Akademische Leseverein (heute Askania-Burgundia). Als Askania zu groß geworden war, die Aktiven kannten sich untereinander kaum noch, gründete Askania 1903 als Tochterverbindung den KStV Guestphalia. Somit war in Berlin für die Studenten der Universität durch den KStV Askania und den KStV Guestphalia und für die technischen Hochschulen durch den KStV Burgundia gesorgt, die Studenten der übrigen Hochschulen jedoch waren ohne Verein. So entstand durch Teilung der Guestphalia im Wintersemester 1910/11 (Gründungstag ist am 14. Februar 1911, von der Hochschule bestätigt am 16. März 1911 und publiziert am 12. Juni 1911) an der neugegründeten tierärztlichen Hochschule ein neuer Verein, der sich den Namen „Semnonia“ gab. Die Farben waren grün-weiß-schwarz. Der Wahlspruch lautete: “In virtute robur! In der Tugend liegt die Kraft!).

1913 bezog der junge Verein zusammen mit der Mutterkorporation Guestphalia ein gemeinsames Haus in der Englischen Str. Nr. 17 in Charlottenburg, was damals noch nicht zu Berlin gehörte, sondern eine eigenständige (Groß)Stadt war.

Im 1. Welkrieg eilten alle Bundesbrüder zu den Waffen - der studentische Betrieb kam zum Erliegen. Nach dem Weltkrieg gelang es Semnonia nicht, sich wiederzubegründen; also verschmolz man mit der Mutterkorporation.

Es dauerte schließlich bis zum Jahre 1924, ehe sich bzgl. einer Reaktivierung wieder etwas tat. Bis 1924 sorgte der Philistersenior Semnoniae, Bundesbruder Dr. vet. med. Bruno Warkalla, dafür, dass zwischen den Alten Herren der Semnonia weiterhin ein intensiver Kontakt gehalten wurde. Im Wintersemester 1924/25 kamen einige Mitglieder der Askania und Guestphalia zusammen, um einen Kartellverein entstehen zu lassen, der sich ein wenig von den alten, traditionellen Vereinen unterscheiden sollte; er sollte sich v.a. mit „brennenden Zeitfragen“ beschäftigen – natürlich neben den „selbstverständlichen Prinzipien des KV“.

Wilhelm Elmendorff (Askania) und Josef Wirmer (Guestphalia) führten die Verhandlungen zwischen den beteiligten Korporationen – also mit ihren eigenen Korporationen, den aus diesen stammenden am Übertritt interessierten Bundesbrüdern – und natürlich mit dem zur Reaktivierung vorgeschlagenen KStV Semnonia, der sich bis zu seiner Suspendierung fast ausschließlich aus jungen Studenten der Tiermedizin zusammensetzte. Die zur Semnonia überwechselnden Bundesbrüder behielten ihre Mitgliedschaft in ihrer Urkorporation. So wechselten je fünf Kartellbrüder aus Askania und Guestphalia und begründeten den KStV Semnonia wieder. Der Philistersenior der Vorkriegssemnonia, Bundesbruder Dr. med. vet. Bruno Warkalla, gab nicht nur die Zustimmung, dass Semnonia an allen Berliner Hochschulen tätig werden konnte, sondern er führte die Altherrenschaft geschlossen in die neue Semnonia.

Das Verbindungsleben entwickelte sich erstaunlich gut, auch wenn Semnonia kein eigenes Verbindungshaus mehr besaß. So wechselte man seine Vereinskneipen in steter Regelmäßigkeit; man tagte auch mal bei einem Aktiven oder im Büro eines Alten Herrn, wie z.B. in den Büroräumen des Bundesbruders und Rechtsanwalts Josef Wirmer. Im Jahre 1934 hat Semnonia aus Mitgliedermangel die Aktivitas aufgelöst.

Leider hat Semnonia es nie wieder geschafft, an die glorreichen Zeiten ihres Bestehens anzuknüpfen. Sie teilte das Schicksal vieler Berliner Korporationen, dass gerade in Berlin es besonders schwierig war, eine Verbindung wiederzubegründen. Viele Alte Herren waren durch die Kriegswirren verschollen / gefallen, andere hatten andere Sorgen, als sich um ihre Verbindung zu kümmern, wieder andere waren in der damaligen "Ostzone" nicht mehr erreichbar. Auch die Bundesbrüder im Westen mussten sich erst einmal um ihre eigenen Belange kümmern....

So blieb die Altherrenschaft der Semnonia zwar bestehen, aber man machte keine Versuche, die Korporation wiederzubegründen. Es dauert bis zum Jahre 2011, als sich 7 unentwegte Kartellbrüder aus dem Gesamtverband zusammensetzen, um Semnonia neues Leben einzuhauchen.
Diese Bemühungen gipfelten nun, nach einer kurzen Zeit des Bestehens in Münster, in der Wiedergründung in der wunderschönen Stadt Osnabrück im SOMMERSEMESTER 2016